Ausgehend von den nicht nur in wirtschaftlicher und sozialpolitischer Hinsicht ersichtlichen, sondern auch in Form von beidseitgen Vorurteilen und Desinteresse spürbaren Unterschieden in Ost- und Westdeutschland möchte sich die AG mit dem Konzept der (kollektiven) Identität auseinandersetzen und diesen zunächst auf die heutige Situation in Deutschland anwenden.
Dabei sollen vor allem die unter- schiedlichen Sozialisationen sowie die Erfahrungen mit der deutschen Wieder- vereinigung in Ost und West beleuchtet und anhand von Biographiearbeit (Diskussion mit „Zeitzeugen“) für die TeilnehmerInnen greifbar gemacht werden.
Da eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Konzept der Identität immer auch die Frage aufwirft, in wiefern tradierte Dichotomien und Abgrenzungsmechanismen notwendig konstruiert sind und daher auch hinterfragt werden müssen, möchten wir uns mit möglichen Neudefinitionen innerhalb des Ost/West-Diskurses auseinandersetzen.
Vor dem Hintergrund, dass nicht nur Deutschland, sondern ganz Mittel-Ost-Europa von den Transformationsprozessen nach 1989 geprägt wurde, möchten wir uns auch mit den Entwicklungen innerhalb der neuen EU-Länder (vor allem Polen) beschäftigen und der Frage nachgehen, ob die Ost-West-Einteilung auf europäischer Ebene nicht durch neue Konzepte abgelöst werden muss.
Thematisch wird sich die AG deshalb mit folgenden Problemfeldern zu ostdeutscher, westdeutscher, gesamtdeutscher und (mittel-)europäischer Identität auseinandersetzen:
Problem der Anpassung der neuen an die alten Bundesländer – Transformation und Integration von 1989 bis heute,
Alltagsleben in der DDR – z.B. Bildungssystem, Sozialisation, politische Oppositon,
Konstruktion von Ost-West-Dichotomien und Identitäten,
Problemfeld Rechtsextremismus,
EU-Osterweiterung: Welche Ähnlichkeiten/Unterschiede gab es im Transformationsprozess nach 1989 zwischen der Ex-DDR und den mittel-osteuropäischen Ländern, z.B. Polen? Was beinhaltet heute eine „mitteleuropäische“ Identität?
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